Dessous unterscheiden sich von normaler Unterwäsche vor allem durch ihre sinnliche Ausstrahlung und den besonderen Reiz, den sie optisch wie haptisch entfalten. Sie setzen auf Schnitte, Passformen und Farben, die Erotik und Lust steigern, und leben von Materialien, die weit mehr als reine Funktion erfüllen. Feine Stoffe, edle Oberflächen und luxuriöse Texturen prägen Strapse, Korsetts, Corsagen und andere Formen verführerischer Reizwäsche. Dabei ist das Material oft der Schlüssel zu Wirkung und Stimmung – und nicht selten der Stoff, aus dem feuchte Träume sind. Eine Entdeckungsreise durch die Welt der sinnlichsten Dessous-Materialien beginnt.
Dessous Materialien im Überblick: Spitze, Satin, Tüll und weitere Klassiker
Natürlich ist
sinnliche Wäsche keine komplett neue Idee: Schon vor mehr als einhundert Jahren war Reizwäsche für nicht wenige Menschen ein Thema, wenngleich sie damals fast ausschließlich von Frauen getragen wurde.
Doch verschiedene
Burlesque-Shows oder die Auftritte einer
frivol gekleideten Josephine Baker sind noch heute erotischer Kult. Und so mancher Stoff, der vor hundert Jahren für erotische Träume sorgte, spielt auch bei modernen Dessous eine wichtige Rolle.
Romantisch, elegant und zeitlos: Ganz schön ... Spitze!
Spitze ist eines der ältesten dekorativen Textilien und hat eine über 500-jährige Geschichte. Sie entstand im 16. Jahrhundert in Italien und Belgien und wurde zunächst von Hand gefertigt. Besonders bekannt sind die venezianische Nadelspitze und die Klöppelspitze aus Flandern. Im 19. Jahrhundert ermöglichte die industrielle Revolution die maschinelle Herstellung von Spitze, was sie erschwinglicher machte.
Spitze besteht aus Garnen, die zu einem
durchbrochenen Muster verarbeitet werden. Ursprünglich wurde sie aus Naturfasern wie
- Baumwolle,
- Leinen
- oder Seide
hergestellt. Heute kommen auch synthetische Fasern wie Polyamid oder Polyester zum Einsatz, die die Spitze elastischer und langlebiger machen. Spitze wird wegen ihrer zarten und eleganten Optik häufig für BHs, Slips, Strings und
Negligés verwendet. Sie verleiht sexy Dessous für Damen (seltener auch für Herren) eine romantische und luxuriöse Note.
Glänzend, weich und erotisch: Satin als Dessous-Material
Satin hat seinen Ursprung in China und wurde bereits im Mittelalter aus Seide hergestellt. Der Name leitet sich vom arabischen Wort "Zaitun" ab, dem damaligen Namen der Stadt Quanzhou, einem wichtigen Handelszentrum für Seide. Mit der Einführung synthetischer Fasern wurde Satin erschwinglicher und vielseitiger.
Anders als meistens vermutet ist Satin aber kein Material, sondern eine Webart. Ursprünglich wurde er aus Seide gefertigt, heute jedoch auch aus Polyester, Viskose oder Acetat. Die spezielle Webtechnik verleiht dem Stoff seine charakteristische glatte und glänzende Oberfläche.
Man nutzt ihn häufig für die Herstellung von
luxuriösen Dessous wie
- Negligés,
- Korsetts,
- Morgenmänteln
- oder BHs
und er fühlt sich angenehm kühl auf der Haut an, wo er besonders edel wirkt.
Der transparente Stoff für die sexy Lingerie schlechthin: Tüll
Tüll wurde erstmals im 19. Jahrhundert in der französischen Stadt Tulle hergestellt, die dem Stoff seinen Namen gab. Ursprünglich wurde er aus Seide gefertigt, später kamen Baumwolle und synthetische Fasern hinzu. Es handelt sich stets um ein netzartiges, hauchzartes, das man gerne für transparente Dessous wie Babydolls, Negligés oder Strumpfbänder verwendet.
Netzstoffe – die sexy Mesh-Optik für Bodys und Co.
Hierbei handelt es sich um eine moderne Weiterentwicklung von Tüll und anderen durchbrochenen Geweben. Sie wurden ursprünglich für funktionale Zwecke wie Sportbekleidung entwickelt, fanden aber schnell ihren Weg in die Welt der Reizwäsche. Netzstoffe bestehen meist aus synthetischen Fasern wie Polyamid oder Elastan. Sie sind elastisch, robust und bieten eine provokante, erotische Optik, etwa an sexy Dessous wie
- Bodys,
- Catsuits,
- Strumpfhosen
- oder Strapsen.
Netzstrümpfe sind übrigens kein ganz modernes Beispiel für sinnliche Wäsche: Schon vor vielen Jahrzehnten sorgten sie als Strapsset oder in Form von Netzsöckchen für Furore.
Mikrofaser Dessous: Ein leichtes Material für Komfort im Alltag
Mikrofaser ist eine relativ neue Entwicklung, die man in den 1950er Jahren in Japan und Europa entwickelt hat. Ursprünglich verwendete man sie fast ausschließlich für Sport- und Funktionskleidung wie
Badeanzüge, bevor sie von Modedesignern auch für Dessous entdeckt wurde. Das Material besteht aus extrem feinen synthetischen Fasern wie Polyester oder Polyamid.
Diese Fasern sind dünner als Seide und sorgen deshalb für ein besonders weiches und leichtes Tragegefühl. Mikrofaser wird für funktionale Dessous verwendet, die gleichzeitig ästhetisch ansprechend sind. Sie passt sich perfekt an die Körperform an und ist atmungsaktiv, darum tragen vorrangig Frauen sie gerne für Fitness-Sport wie Aerobic, Zumba oder
Pole Dance.
Polyamid und Elastan: die perfekte Passform dank Elastizität
Polyamid (Nylon) wurde 1935 von dem amerikanischen Chemieunternehmen DuPont als erste synthetische Faser entwickelt. Elastan (auch bekannt als Lycra oder
Spandex) gibt es seit den 1950er Jahren und revolutionierte die Textilindustrie durch seine Elastizität. Vor allem in Verbindung mit der Nylonfaser konnte und kann die elastische Faser ihre Stärken ausspielen, denn Elastan sorgt hier für Dehnbarkeit und Formbeständigkeit.
Ähnlich wie die Mikrofaser wird diese Materialmischung gerne für Sportbekleidung genutzt – die gerne auch sehr sexy daherkommen kann. Auch hier sind beispielsweise Zumba, Aerobic, Poledance, sowie Fitness im Allgemeinen zu nennen. Bei Sportarten wie dem
Wrestling sind die elastischen Stoffe ebenfalls nicht wegzudenken.
Besondere Materialien für aufregende Dessous
Während man die klassischen Dessous in jedem gut sortierten Warenhaus kaufen kann, muss man nach der folgenden Reizwäsche etwas länger suchen. Nicht zuletzt durch den
Sexshop im Internet erfreuen sich die etwas anderen Dessous aber seit Jahren immer größerer Beliebtheit.
Dazu trägt sicher auch die Popularität der BDSM-Reihe „50 Shades of Grey“ bei, die S/M- und Fetisch-Sex weiter in die Mitte der Gesellschaft geholt hat. Aber Fetischistinnen und Fetischisten sowie
BDSM-Fans sind nicht die einzigen Gruppen, die sich für Dessous aus
- Leder,
- Kunstleder,
- Lack oder Latex
begeistern können …
Leder – dominant, luxuriös und langlebig Leder ist eines der ältesten von Menschen hergestellten und genutzten Materialien. In der Erotik spielte Leder aber lange Zeit keine wesentliche Rolle. Für Dessous wird es seit dem 20. Jahrhundert in der Fetisch- und BDSM-Szene populär.
Meist verwendet man für Reizwäsche ein weiches, dünnes Leder
mit angenehmer Haptik und ebensolchem Tragegefühl. Auch die matt glänzende Optik und der Geruch sind bei Dessous aus Leder von Bedeutung. Leder wird für Corsagen beziehungsweise Korsetts, Bodys oder Röcke verwendet und vermittelt einen dominanten und luxuriösen Look.
Kunstleder Dessous: die Wetlook-Optik, die ohne echtes Leder auskommt Es wurde im 20. Jahrhundert als tierfreundliche Alternative zu echtem Leder entwickelt, ursprünglich vor allem für die Möbelindustrie und die Mode im Allgemeinen. Kunstleder besteht aus einer Kunststoffschicht (größtenteils Polyurethan) auf einem textilen Trägermaterial. Es ist leichter und flexibler als echtes Leder, aber auch deutlich weniger strapazierfähig.
Kunstleder wird gerne für Dessous im Wetlook-Stil verwendet, wie etwa Straps-Sets oder Bodys. Man findet Kunstleder Dessous für Herren und Damen aber auch in Form von
- Boxern,
- Slips
- und Strings
- oder erotischen Korsetts.
Lack Dessous: So glänzt man mit provokanten Outfits Lackstoffe wurden ursprünglich für Regenbekleidung entwickelt, fanden aber schnell ihren Weg in die Fetisch- und Dessousmode. Lack (oft auch Lackleder genannt) besteht aus einer glänzenden Kunststoffbeschichtung (meist PVC) auf einem textilen Trägermaterial. Es ist wasserabweisend und hat eine auffällig glänzende Optik.
Lack verwendet man vordergründig für provokante Dessous wie Catsuits, Röcke oder Korsetts. Es gibt aber auch andere Reizwäsche für Herren oder Damen aus Lackleder, etwa Slips, Strings, Boxerhorts oder Lackleggings.
Reizwäsche aus Latex mit Fetisch-Faktor: hauteng, ebenfalls glänzend und unverwechselbar Latex wird aus dem Milchsaft des Kautschukbaums gewonnen und seit dem 19. Jahrhundert industriell verarbeitet. Ursprünglich verwendete man das elastische Gummi vor allem für die Herstellung von Reifen, Gummistiefeln oder für die elektrische Isolation.
In der
erotischen Mode wurde es vor allem durch die Fetischszene bekannt. Denn Latex ist ein elastisches Material, das eng an der Haut anliegt und auf diese Weise eine ganz besondere Haptik besitzt. Wichtig sind den meisten Trägerinnen und Träger zudem auch die feucht glänzende Optik und der unvergleichliche Duft der Latexwäsche.
Viele Latexdessous werden
im Tauchverfahren hergestellt, sodass sie keinerlei Nähte oder Klebestellen besitzen. Prinzipiell kann man fast alle Arten von Dessous als Latex herstellen, beginnend von Latex-Slips über BHs beziehungsweise Büstenheben aus Latex bis hin zu Korsetts.
Fazit: Welche Dessous Materialien passen zu welchem Look?
Prinzipiell kann man die meisten erotischen Dessous viele Stunden am Stück tragen, sodass man sie als alltagstauglich bezeichnen kann. Trotzdem kann es gerade bei einem hohen Maß an körperlicher Aktivität ratsam sein, lieber auf geeignete Funktionswäsche zu setzen. Für gewisse Stunden kann man dann ja trotzdem
die scharfen Dessous aus dem Schrank holen.
Und das sind die wichtigsten FAQ einen Blick
- Welche Dessous-Materialien wirken besonders sexy? Vor allem Spitze, Satin, Netzstoffe, Lack und Latex gelten als besonders erotisch. Während Spitze eher romantisch und elegant wirkt, stehen Lack und Latex stärker für Fetisch-, Dominanz- oder Wetlook-Fantasien.
- Welche Stoffe sind für den Alltag am angenehmsten? Mikrofaser sowie Mischungen aus Polyamid und Elastan bieten meist den höchsten Tragekomfort. Sie sind atmungsaktiv, elastisch und eignen sich deshalb besonders gut für längeres Tragen.
- Was ist der Unterschied zwischen Satin und Seide? Satin ist keine eigene Faser, sondern eine spezielle Webart mit glänzender Oberfläche. Seide dagegen ist ein natürliches Material. Satin kann also sowohl aus Seide als auch aus synthetischen Fasern bestehen.
- Sind Latex- und Lackdessous alltagstauglich? Eher eingeschränkt. Beide Materialien erzeugen zwar einen besonders intensiven erotischen Look, sind jedoch deutlich weniger atmungsaktiv und komfortabel als klassische Dessous-Stoffe.
- Welches Dessous-Material passt zu welchem Look? Spitze und Satin eignen sich perfekt für elegante und feminine Styles, Netzstoffe für provokante Outfits und Latex oder Leder eher für dominante beziehungsweise fetischorientierte Looks. Entscheidend bleibt am Ende jedoch immer der persönliche Geschmack.
Alles klar? Dann bleibt uns noch, den Ball in euer Feld zu spielen!
Erzählt uns doch einmal, für welche Dessous-Materialien und -Szenarien ihr euch besonders begeistert. Habt ihr bestimmte Fetische, die ihr gern mit ihnen kombiniert? Oder ist Lingerie-Porn beziehungsweise -Camsex genau euer Ding?
Wenn ja, und wenn ihr diesbezüglich etwas zu sagen habt, schreibt uns und der Community unbedingt etwas in die Kommentare. Wir freuen uns immer über eine Tipps, Erfahrungen und Meinungen.