„Jean! Jean, ich muss dir etwas …“ Giovannas kirschrot geschminkter Mund blieb eine Sekunde offen stehen, bevor sie ihn zuklappte und sich ihre Augen weiteten. „Oh, ich störe dich … offenbar?“ Sie versuchte, ein verzeihendes Lächeln auf ihre Lippen zu zaubern, stellte aber schnell fest, dass die gewünschte Wirkung bei ihrem Gegenüber offensichtlich nicht eintrat. „Genau, meine Liebe – ich war gerade mitten in einem Satz für meinen Artikel. Und der ist nun über Bord gegangen, genau wie meine Konzentration. Also ja, du störst. Und was hatten wir zum Thema „ungefragt in mein Home-Office-Hereinplatzen hereinplatzen“gesagt? Hm?!“
„Wie bei Parzival - du sollst keine unnötigen Fragen stellen?“
Giovanna war mit ihrer eigenen Antwort nur so mittelmäßig zufrieden, ahnte aber bereits, dass dies eine der Situationen war, die Jean sehr und die sie überhaupt nicht zu schätzen wusste. Verflixt, schon wieder hatte sie sich dabei verschätzt, wie wichtig Jean ihr
Gehorsam auch im Arbeitsalltag war, und ihm wirklich nur aus Versehen die Bude eingerannt. Das aber dieses Mal im wahrsten Sinne des Wortes. Und dabei wollte sie ihm eigentlich nur erzählen, dass sie den Job für die Mitarbeit an einer mittelalterlichen Textübersetzung bekommen hatte. Schwamm drüber, er würde ihr jetzt ohnehin nicht mehr zuhören.
Und hätte das nicht alles schon gereicht, fiel ihr wieder ein, wie viele Stunden lang sie ihm mit der Tristan-Morold-Szene und der Diskussion über Lehren, Lernen und heldenhafte Belehrungen in den Ohren gelegen hatte. Sch…, es kam eben doch manchmal auf die kleinen Genauigkeiten an. Offenbar konnte Jean die Gedanken seiner Sub lesen, denn er nickte nur stumm – wenn auch mit einem breiten Grinsen – und schickte sie los, um ihren Harness anzuziehen und ihre
Handschellen zu holen. Giovanna trottete los, im vollen Bewusstsein, dass diskursiver Widerstand zwecklos war. Gleichzeitig schade wie prickelnd.
Als sie wieder vor ihrem Dom stand, nackt bis auf einen kleinen schwarzen String und ihren Harness, erkannte sie aber doch, dass er insgeheim von ihr sehr angetan war. Keine Frage, war sie doch eine echte Augenweide mit ihrer leicht gebräunten Haut und ihren langen, schwarzen Haaren, die sie zu einem filigranen Knoten hochgesteckt hatte. Dennoch hatte sie keine rechte Vorstellung davon, was er gleich mit ihr anstellen würde. Und ob das Ganze Aussichten darauf hatte, zum
wahrgewordenen Pornotraum zu mutieren. Jeans Sanktionen hatten zuweilen das Zeug dazu, eine echte kleine âventiure darzustellen. Tandaradey!
„Ich weiß, was du denkst!“
Der Gesichtsausdruck ihres Doms ließ keinen Zweifel daran, dass er ihre Lüsternheit und ihre prinzipiell dezent vorhandene Freude an Maßregelungen erkannt hatte. Gleichzeitig war es gut, dass Jean zur Hardcore-Stillgestanden-Fraktion zählte. Und dennoch war jetzt nicht der Moment, in dem es um ihr reines Vergnügen und um die Aufmerksamkeit für Giovanna gehen sollte. Warum also nicht einfach den Spieß umdrehen und seines in den Mittelpunkt stellen? Ein
Spontanfick im Büro hatte im Homeoffice natürlich seinen Reiz … Aber den musste sie sich verdienen.
„Dir ist schon klar, dass die Götter den Fleiß vor den Erfolg gesetzt haben?“ Die Augenbrauen seiner Sub zuckten für eine Sekunde, aber sie ließ Jean aussprechen, wie es sich gehört. „Also, ohne Fleiß, kein Preis. Komm her und ich schließe dir die Handschellen hinter dem Rücken zusammen. Dann wirst du dich vor mich auf den Boden knien, Oberkörper schön gerade nach oben – und mir nach meinen Anweisungen einen
Handjob verpassen, der sich sehen und fühlen lassen kann. Haben wir uns verstanden? Wenn ich deinetwegen schon nicht zur beruflichen Handarbeit komme, dann soll sich die Zeit wenigstens anderweitig lohnen.“
„Ah, Jerking-Off-Instructions mal anders“, dachte Giovanna mit einem innerlichen süffisanten Grinsen.
Immerhin – sie konnte sich einen dazugehörigen Spruch gerade noch verkneifen. In dieser Situation war eine gewisse Sachlichkeit gefragt und es lag wortwörtlich in ihren Händen, was sie daraus machen würde. Und ja, sie hatte schon Lust, Jean zu zeigen, dass Sinnlichkeit und Sünde in einem engen Zusammenhang miteinander stehen konnten. Die Sub nickte also und kniete sich gehorsam vor Jean, der in der Zwischenzeit auf seinem Schreibtischstuhl Platz genommen und seine Hose geöffnet hatte. Subtil griff sie mit ihren auf den Rücken gefesselten Händen zu und spürte, dass die Szenerie auch an ihrem Dom nicht spurlos vorbeigegangen war.
Hart, aber herzlich
Zarte Haut, gespannte, geballte Erotik – so fühlte sich sein Riemen in ihren Händen an. Fast sofort bemerkte sie, wie er pulsierte, und wollte schon den Druck ihrer Hände leicht verstärken, als Jean „Langsam!“ sagte. Eigentlich nicht einmal im Befehlston. Dennoch fasste sie es so auf und knetete mit einer Hand vorsichtig seine Kronjuwelen, während sie mit der anderen seinen Schaft wichst. Ihr Dom feierte sich innerlich für diese manuelle Hingabe – und für die Tatsache, und dass er den Standspiegel im Büro zufälligerweise so gestellt hatte, dass er sie genau beobachten konntes. Aber sie sah ihn nicht, weil die die Augen gesenkt hatte, während er jeden Handgriff genoss. Die realen Sexgeschichten, die
das Leben schreibt, waren doch die besten.
So konnte er ihre kleinen, festen und ebenfalls leicht bebenden Brüste sehen. Die Brüste, zwischen die er seinen Riemen schon das eine oder andere Mal geschoben hatte, um ihn sich als
Präludium hart kneten zu lassen. Anschließend hatte er sie beim Sex von hinten bis kurz vor die Ekstase geführt, bis sie um ihren Orgasmus gebettelt hatte. Zugegeben, ein prickelnder Gedanke … und sie machte es auch jetzt geschickt, mit voller Konzentration aufs Wesentliche. Kein Wunder, dass er schon bald spüren konnte, wie es ihm kam, wie sich das Sperma seinen Weg nach außen bahnte.
„Jaaaaaaaaaahhhhh!“ Immer wieder packte Giovanna gleichermaßen sanft wie bestimmt zu und wichste sich seine Sahne gewissermaßen selbst auf den Rücken. Jean ließ es mit nach hinten gekipptem Kopf und lustvoll geöffnetem Mund zu, dass ein Schwall nach dem anderen über ihren Körper und ihren Hintern zu Boden floss. Von wegen nur
schriftliche Ergüsse! „Gut, sehr, sehr gut …“, er rang ein wenig nach Atem. „Gut gemacht, dafür wirst du gleich belohnt. Und nun, steh auf – dann erfährst du, wie es weitergeht!“