Auswärts oder zu Hause? Kino oder Fernseher? Egal, viele Paare schauen Filme gern gemeinsam an und genauso trefflich diskutieren sie über die Auswahl. Action, Drama, Komödie – oft hat die Entscheidungsfindung das Zeug zu allem. Schließlich schweben manche Paare auf einer harmonischen Wolke und andere kämpfen mit harten Bandagen. Doch wenn das Gespräch darüber schon bei „normalen“ Filmen ein episches Ausmaß annehmen kann, wie ist es dann erst bei Pornos? Der Frage haben wir uns für diesen „Das erste Mal“-Artikel gründlicher gewidmet und geschaut, ob wir eher die Typen für den Solo-Pornospaß sind oder ob wir uns auch gegenseitig dabei ganz gern über die Schulter schauen. Spoiler vorab: Gutes Szenenbild muss, ungewöhnliche Sex-Action kann, Socken tun nicht Not. Film ab!
What the fuck: Warum sollte ich mir dir zusammen überhaupt einen Porno schauen wollen?
Sexuelle Wünsche
offen ansprechen – das ist nicht jedem zu jeder Zeit gegeben, nicht einmal in einer vertrauensvollen Partnerschaft. Wir scheinen da im Hellen geboren zu sein, weil uns das mehrheitlich ziemlich leichtfällt. Bekloppterweise traf das auf „reale Sexpraktiken“ zumindest einige Monate lang eher zu als auf das, was wir bei Pornos mögen.
Warum, können wir eigentlich nicht mehr so genau sagen – vielleicht hat uns ein bisschen das eingeholt, was man auch ansonsten so über den Hintergrund vom
Pornokonsum in Beziehungen hört: dass die oder der andere sich dann irgendwelche Schauderszenarien ausmalt, was die Partnerin oder der Partner für außergewöhnliche Fantasien hat, die sich ohnehin nicht umsetzen lassen und die Beziehung zum Scheitern bringen könnten …
Schnickschnack, wie sich zeigte, denn bei uns war die Sache zum Glück vergleichsweise einfach: Schon bevor ich Majo kennenlernte, habe ich gerne Pornos angeschaut, zumal ich ja auch da bereits
Pornomythen von realem Sex trennen konnte. Dennoch war es mir wichtig, gleich zu Beginn unserer Beziehung alle Leichen aus dem Keller zu holen.
Dabei fing ich lieber mit meinen Pornoheften an, denn ich stellte schnell fest, dass sie bei Filmen aus ästhetisch-inhaltlichen Gründen trotz aller ihr sonst eigenen Sexpositivität etwas Eigen war. Immerhin, die Sexmagazine fanden Gnade vor ihren Augen, also konnte doch eigentlich auch bei den Pornofilmen nichts schiefgehen??! Und ich musste ihr zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht all meine damit verbundenen Gedanken offenbaren …
Ja, das war eine spannende Frage, ob wir mal zusammen Pornos schauen wollten. Da hatte ich mit anderen Partnern vorher nie drüber nachgedacht. Charmant und ein gewisser Vertrauensbeweis war das ja schon, zumal wir uns bei anderen Filmen ja recht einig waren. Und wenn Stan da schon meinen gesamten Stapel Anmerkungen verknusen konnte, warum nicht? Außerdem war und bin ich immer dafür offen, gute Ideen von anderen auch einfach mal für mich selbst zu klauen. :D
Und was für ein Sexvideo nehmen wir da am besten?
Heute weiß ich nicht mehr, mit welcher Geschwindigkeit ich Majo alle Türen meines Sexfilm-Kopfkinos geöffnet habe. Allerdings war das Online-Angebot „damals“ noch nicht annähernd so umfassend wie heute, was die Qual der Wahl deutlich einschränkte. Und ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich auch
Theporndude noch nicht kannte. Das hätte die ganze Sache sicherlich massiv beschleunigt.
Aber bevor wir uns überhaupt Gedanken über einen ganz konkreten Porno machen konnten, mussten wir erst einmal mit der Wahl der Waffen, also mit einer Kategorie, beginnen. Und schon da zeigte sich etwas, was sich auch in anderen Bereichen unseres gemeinsamen Lebens immer wieder beweist: Wir ähneln uns, es ist aber nicht alles identisch, was wir mögen. Denn das war das Ergebnis unserer „Lieblingskategorien-Auflistung“:
| Stan |
Majo |
|
|
| BDSM |
BDSM |
| Femdon |
Vintage |
| Analfisting |
Roleplay |
| Lack, Leder, Latex |
Porno-Parodien |
| Bi-Dreier MMF |
Bi-Dreier MMF |
Unsere Ansätze sind dabei recht verschieden:
- Ich achte besonders auf konkrete Praktiken, Figuren und Stylings.
- Majo begeistert sich mehr für das übergeordnete Szenario.
Dennoch finden wir dabei gut zueinander, denn die Antworten auf die Fragen, wie, wo und warum ein Fick zustande kommt, kreuzen sich meistens im identischen Sexfilm. Für uns bestand die Erleuchtung also darin, zusammen eher in den hier aufgelisteten Spielarten als in Kategorien wie
Amateurporn oder deutschen Sexfilmen zu stöbern.
Was nicht heißt, dass wir etwas gegen diese Bereiche hätten, nur führt uns eher der Zufall als der direkte Weg dahin. Apropos Zufall vs. direkter Weg: So war es auch damals, als wir unseren ersten gemeinsamen Porno geschaut haben. Wir entschieden uns für den MMF-Bi-Porno und entdeckten ihn tatsächlich in der Rubrik German Porn.
Das auf dem Startbild gezeigte Trio sagte uns beiden zu, obendrein befanden sie sich in einem schönen Schlafzimmer. Die Lady trug sexy Dessous samt High Heels, die nackten Typen hatten sogar ihre Socken ausgezogen – und der
Analsex unter Männern spielte offenbar eine nicht unwesentliche Rolle.
Außerdem war die Beschreibung auch nicht ganz daneben, was ich mit einem zufriedenen Grinsen und Stan mit einem Augenrollen quittierte. Die Sexvideo-Spiele konnten beginnen!
Schauen wir mal, dann sehen wir’s schon – wer reagiert auf was?
Es war nicht unser erster Sexfilm, aber eben der erste gemeinsam geschaute Porno. Und wir waren keineswegs enttäuscht, ganz im Gegenteil. Okay, zugegeben, das war jetzt garantiert kein ganz spontan gedrehter Amateurporno, aber das Skript wirkte
insofern authentisch, als es durchaus das abbildete, was man sich in einem realen Schlafzimmer vorstellen kann.
Jedenfalls sparte der Porno nicht an „schmutzigen Details“, vielmehr war die Kamera fast hautnah dabei, als es sich die Männer gegenseitig oral besorgten und die Frau in einen Spitroast verwandelten. Nicht zu vergessen, dass es auch die eine oder andere Totale davon gab, wie ein Mann den anderen fickte, während dieser parallel die Frau vögelte. Es war also schon einiges dabei, was ziemlich klassisch nach Sexfilm aussah, aber eben auch viele
individuelle Vorlieben zahlreicher Menschen abdeckte. Win-win also, zumal wir uns mit unseren Faibles darin auch entdeckten.
Und siehe da, auch Frau M. aus S. war mit dem was sie sah, sehr zufrieden. Es gab immerhin einen gewissen Handlungsrahmen, die Kulisse sah hübsch aus (alles, was im Regal stand, passte dahin und zur Farbe der Bettwäsche) und die Darsteller verhielten sich sinnlich-natürlich und nicht überkandidelt. Klar, das klingt im ersten Moment im Hinblick auf den Anspruch an ein XXX-Tape etwas skurril, aber ich bin da einfach leicht abzulenken. Hier war aber alles wirklich schnieke! Also folgte eine Erkenntnis:
Wir haben beide Spaß an Pornos, die eine gewisse Bühne mitbringen: Zwar dürfen Styling, Szenerie und Umgebung durchaus überzeichnet oder sogar surreal sein. Die Models sollen sich aber erkennbar lustvoll miteinander vergnügen. Künstlich gestellte Lust hingegen finden wir beide extrem unsexy. Aus dieser Sicht hat unser erster gemeinsamer Porno komplett überzeugt – sodass wir ihn tatsächlich öfter als nur einmal geschaut haben.
Merke? Gemeinsam Pornos schauen verändert den Blick auf Sex
Sicher ist unsere Meinung zum gemeinsamen Pornokonsum keine allgemeingültige Blaupause für alle Paare dieser Welt. Wir finden aber, dass man es einfach mal ausprobieren sollte. Zumindest eine erotische Selbsterkenntnis lässt ganz bestimmt grüßen.
So wie bei mir:
- In meinen ersten Pornos habe ich mich komplett wiedergefunden = ich hätte in den gezeigten Szenen gerne mitgespielt. Auch heute kann ich in viele Sexfilme über diese Perspektive eintauchen, in einigen bin ich aber sehr happy mit meiner Rolle als außenstehender Beobachter.
- Zum Teil ist es auch so, dass mich der eine oder andere Sexfilm auch auf neue, im wahrsten Sinne des Wortes vertiefende Ideen gebracht hat. Dennoch bin ich froh, dass ich nicht alles, was mich bei der Ansicht kickt, selbst probieren muss und manche meiner Grenzen im realen Leben auch weiterhin meine Grenzen bleiben.
Ich (Majo) dagegen finde Pornos immer noch ganz knackig, lese inzwischen lieber Sexgeschichten oder Porno-Cartoons oder schaue Filme, die Sexszenen beinhalten, aber keine reinen XXX-Movies sind. Mir sagt es einfach mehr zu, wenn es mehr Geschichte drumherum und Fortsetzungen oder stärkere inhaltliche Verschnürungen gibt. Stichwort „Geschichte der O“. Und wenn dann doch ein klassischer Porno im Videorekorder landet, dann eben einer mit etwas mehr Exotik und kein reines Rein-Raus-Gevögel. Da bin ich dann auch ganz bei Stan. Und was ist jetzt das Ergebnis für unsere gemeinsame Sexualität?
Wir schauen gerne gemeinsam Pornos, schalten uns aber auch mal solo einen Sexfilm an. All das geschieht unregelmäßig, nach Lust und Laune, und hat eine durchaus inspirierende Wirkung für unser Sexleben, wie so mancher
Sextoy-Test beweist, für den ich Sexvideos gerne als Warm-up nutze. Manchmal, aber keineswegs immer, gibt es eine direkte Verbindung zwischen der gezeigten Handlung und unserem eigenen Liebesspiel. Wir können also einen Fetisch-Porno als Vorspiel im Schlafzimmer schauen, um anschließend zärtlichen Kuschelsex zu haben oder uns anderweitig auszutoben.
Auf mich hatte das gemeinsame Pornoschauen sogar noch einen spannenden Nebeneffekt: Ich stehe auf fantasievolle Outfits rund um Nylon, Lack, Leder und Latex. Manchen Look haben wir zusammen im Porno bewundert, dann habe ich ihn als eigenes Outfit für
lustvolle Stunden im Schlafzimmer adaptiert. Und wenn ich jetzt gelegentlich auf eine Kinky-Party gehe, brauche ich nur den Kleiderschrank zu öffnen.
Wie sind eure Erfahrungen?
- Welche Pornos oder Genres funktionieren beim gemeinsamen Pornoschauen besonders gut?
- Sind authentische Amateurpornos für Paare interessanter als klassisch produzierte Pornos? Was meint ihr – und gibt es dafür bekannte Plattformen wie Amateurpin, die ihr selbst empfehlen wollt?
- Und kennt ihr neben ThePornDude weitere hilfreiche kuratierte Sex-Video-Sites, auf denen wir unterschiedliche Pornoseiten und -genres entdecken können?
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