Der Begriff Striptease stammt aus dem Englischen und setzt sich aus den Wörtern to strip (sich entkleiden) und tease (reizen oder necken) zusammen. Gemeint ist eine Form der erotischen Unterhaltung, bei der das schrittweise Ablegen der Kleidung Teil einer choreografierten Tanz- oder Bühnendarbietung ist. Er verbindet Tanz, Musik, Körpersprache und erotische Inszenierung zu einer Darbietung, deren Reiz vorrangig im Spannungsaufbau liegt. Das Strippen zählt heute zu den bekanntesten Formen der erotischen Unterhaltung und findet sich in unterschiedlichen Bereichen von klassischen Bühnenauftritten über Burlesque-Shows bis zu privaten Darbietungen oder digitalen Camshows wieder. Und obwohl man den Strip häufig mit Tabledance oder Pole Dance verwechselt, unterscheiden sich diese Unterhaltungsformen in ihrer Ausrichtung und ihrem Ablauf deutlich von ihm. Grund genug, einmal die Hüllen fallen zu lassen und uns das Ganze einmal genauer anzuschauen.
Woher stammt der Begriff Striptease?
Die Ursprünge des Striptease reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Erste Vorformen entwickelten sich aus Varieté-, Revue- und Cabaret-Shows, bei denen Tanz, Theater und aufwendige Kostüme miteinander verschmolzen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts etablierte er sich zunächst in den USA und später auch in Europa als eigenständige Form der Bühnenunterhaltung.
Spannend dabei? Der Begriff beschreibt nicht das vollständige Entkleiden, sondern den bewussten Spannungsaufbau während der Performance. Musik, Mimik, Gestik und die Inszenierung spielen deshalb ebenso eine Rolle wie das Ablegen einzelner Kleidungsstücke.
Wie läuft ein Striptease ab?
Meist folgt er einer choreografierten Abfolge aus Tanz, Bewegungen und dem schrittweisen Ablegen der oftmals
frivolen Kleidung. Tempo, Musik und Körpersprache erzeugen eine Spannung, die sich über die gesamte Vorstellung hinweg entwickelt. Je nach Stilrichtung stehen Eleganz, Sinnlichkeit, Humor oder Showelemente im Mittelpunkt.
Die Darbietung kann auf einer Bühne, in einem Club oder im privaten Rahmen stattfinden. Manche Performances konzentrieren sich ausschließlich auf Tanz und Präsentation, andere beziehen das Publikum stärker in die Show ein. Ablauf und Gestaltung unterscheiden sich daher je nach Veranstaltung und Konzept.
Welche Kleidung gehört zu einem Striptease?
Zweifelsfrei gehört zu den wichtigsten Gestaltungselementen eines Striptease, weil sie dessen Charakter unterstreicht und wesentlich zum Spannungsaufbau beiträgt. Elegant, verrucht, ungewöhnlich oder mit fetischistischem Einschlag – alles kann je nach gewünschter Stilrichtung, Szenerie und unterschiedlichem Veranstaltungsort dabei sein. Kein Wunder also, dass dabei die unterschiedlichsten Outfits und Accessoires wie
zum Einsatz kommen.
Welche Formen des Striptease gibt es?
Der Striptease hat sich im Laufe der Zeit in verschiedene Stilrichtungen entwickelt. Obwohl alle Varianten auf Tanz und Inszenierung basieren, unterscheiden sie sich deutlich in ihrer Gestaltung.
| Form |
Schwerpunkt |
typsische Merkmale |
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| klassischer Striptease |
schrittweises Ablegen der Kleidung |
Tanz, Musik und Körpersprache bilden die Grundlage der Vorstellung, in deren Mittelpunkt der Spannungsaufbau steht. |
| Burlesque |
künstlerische und glamouröse Bühnenshow |
Burlesque verbindet Striptease mit Theater, Humor und Retro-Ästhetik. Aufwendige Kostüme, elegante Choreografien und stilvolle Inszenierungen prägen das Gesamtbild. |
| Male Strip |
Striptease mit männlichen Tänzern |
Er folgt denselben Grundprinzipien wie der klassische Striptease, setzt jedoch häufig andere choreografische Akzente und richtet sich an ein entsprechend angepasstes Publikum. |
| Duo-Shows |
gemeinsame Performance von zwei Künstlern |
Zwei Tänzerinnen, zwei Tänzer oder gemischte Paare präsentieren aufeinander abgestimmte Choreografien mit besonderem Fokus auf Interaktion und Dynamik |
Und es gibt noch ein weiteres Fass, bei dem Gemeinsamkeiten und Differenzen eine Rolle spielen …
Striptease, Tabledance und Pole Dance – wo liegt der Unterschied?
Auch Strip und Tabledance beziehungsweise Pole Dance weisen zahlreiche Gemeinsamkeiten auf, verfolgen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.
- Beim Strippen bildet das schrittweise Ablegen der Kleidung den Mittelpunkt der Show.
- Tabledance legt den Fokus dagegen stärker auf Tanz, Bühnenpräsenz und die Interaktion mit dem Publikum.
- Ähnliches gilt zudem für den Pole Dance und den Strip. Auch sie haben historische Überschneidungen, wenngleich man Pole Dance inzwischen vorrangig als etablierte Sport- und Tanzform kennt.
Trotzdem nutzen viele strippende Künstlerinnen und Künstler Elemente aus der Pole-Akrobatik (Stichwort Stangentanz), um ihre Choreografien abwechslungsreicher zu gestalten.
In der Praxis lassen sich daher alle Formen nicht immer klar voneinander trennen. Viele Tabledance-Shows enthalten Elemente des Striptease, während Striptease-Darbietungen häufig moderne Tanz- oder Akrobatikelemente wie die vom Pole Dance integrieren. Aber erlaubt ist, was gefällt, und letztlich muss die individuelle Präsentation ja auch „nur“ zum entsprechend gewünschten Gesamtkonzept passen.
Strippen in Clubs und Bars
Das gekonnte Sich-Ausziehen gehört seit vielen Jahrzehnten zum festen Programm zahlreicher Nachtclubs, Showbars und Stripclubs, wie sie unter anderem auf der
Reeperbahn in Hamburg zu finden sind. Je nach Location finden regelmäßige Bühnenshows, Themenabende oder Einzelauftritte statt. Größe, Atmosphäre und Konzept unterscheiden sich dabei teilweise erheblich.
Viele Clubs kombinieren öffentliche Bühnenprogramme dabei mit zusätzlichen Angeboten wie Private Dances oder besonderen Showformaten. Welche Leistungen angeboten werden, richtet sich nach dem jeweiligen Betrieb und den geltenden gesetzlichen Vorgaben. Es lohnt sich deshalb auf jeden Fall, sich vorher zu überlegen, worauf man selbst Lust hat, und was einem wo dann später konkret geboten wird.
Sich im privaten Rahmen gekonnt ausziehen
Das sich sinnliche Entkleiden beschränkt sich nicht auf professionelle Bühnen oder Clubs. Auch im privaten Umfeld gehört die Tanzform für viele Menschen zu besonderen Anlässen oder romantischen Überraschungen. Geburtstage, Junggesellenabschiede oder intime Momente innerhalb einer Partnerschaft bilden häufig den Rahmen für private Striptease-Darbietungen. Im Gegensatz zu professionellen Shows stehen dabei weniger Perfektion oder aufwendige Choreografien im Vordergrund als die persönliche Atmosphäre und der gemeinsame Moment.
Der Striptease im Film und in der Pop(p)kultur
Ja, der Strip hat nicht nur die Welt der Unterhaltung geprägt, sondern auch zahlreiche Filme und Bühnenproduktionen beeinflusst. Einige Szenen gelten bis heute als Meilensteine der Filmgeschichte und haben sein öffentliches Bild nachhaltig geprägt:
- Gilda (1946): Gilda machte Rita Hayworth endgültig zum Hollywood-Sexsymbol. Die berühmte Szene zu Put the Blame on Mame, in der sie lediglich einen langen Handschuh auszieht, gilt als einer der bekanntesten und zugleich subtilsten Striptease-Momente der Filmgeschichte.
- 9½ Wochen (1986): 9½ Weeks prägte mit Kim Basinger und Mickey Rourke die Ästhetik des erotischen Kinos der 1980er Jahre. Besonders die Tanzszene zu „You Can Leave Your Hat On“ entwickelte sich zu einer der bekanntesten Auszieh-Sequenzen der Popkultur.
- Ganz oder gar nicht (1997): The Full Monty erzählt die Geschichte arbeitsloser Stahlarbeiter, die eine eigene Stripper-Gruppe gründen. Der Film verbindet Humor mit gesellschaftlichen Themen und trug dazu bei, Male Strip einem breiten Publikum bekannt zu machen.
Nicht zu vergessen, dass der Strip auch in anderen, noch eindeutig zweideutigen Filmen auf keinen Fall fehlen darf …
Denn auch in der Pornografie fallen die Hüllen
Beispielsweise in den Genres
wobei Kostüme, Rollenbilder, Ästhetik, Nostalgie oder bestimmte Fantasieelemente in mannigfaltigen Ausführungen im Fokus stehen. Nicht zu vergessen aber auch, dass sich im Zuge der immer weitervoranschreitenden Digitalisierung der erotischen Welt neben klassisch gefilmten Sexvideos immer mehr Cam- und Live-Performance-Formate finden, in denen man ebenfalls mit sinnlicher Begeisterung strippt!
Der Striptease beim Camsex
Der Striptease gehört auch im Camsex-Bereich zu den beliebtesten Formen. Anders als bei einer klassischen Bühnenshow findet er jedoch nicht vor einem Saalpublikum statt, sondern über eine
Live-Videoverbindung zwischen Model und Zuschauern (zuweilen auch in einem privaten Cam-2-Cam-Setting für einzelne Personen).
Und genau wie beim Klassiker geht es hier um das schrittweise Entkleiden, bei dem der Einsatz von sexy Outfits, Körpersprache, Musik und eine direkte Kommunikation miteinander nicht fehlen dürfen.
Passend dazu gestalten viele Cam-Models ihre sexy Auftritte sehr individuell, indem sie unter anderem das Tempo und/oder den Ablauf an
die Wünsche des Publikums anpassen. Im Vergleich zu einem Striptease in Clubs oder Bars bietet der Strip beim Camsex also mehr Privatsphäre und eine persönlichere Interaktion.
Und natürlich sind das nicht die einzigen Highlights, die ein Striptease beim Camsex noch mehr Special Effects bietet. Um was genau es bei dieser speziellen Form der Live-Show dann im Einzelnen geht,erläutern wir ausführlich in unserem dazu passenden Magazinartikel. Also unbedingt einmal reinlesen!
Aber vorher klären wir abschließend noch eine letzte Frage:
Handelt es sich bei einem Strip um Prostitution?
Nein. Grundsätzlich ist er
keine Form der Prostitution, sondern eine Darstellungs- und Unterhaltungsform, da das schrittweise Ablegen der Kleidung allein eine Darbietung nicht zu einer sexuellen Dienstleistung macht.
Ob darüber hinaus weitere Angebote bestehen, hängt ausschließlich vom jeweiligen Betrieb und dessen Konzept ab. In klassischen Stripclubs oder Showbars gehören
sexuelle Dienstleistungen nicht automatisch zum Angebot. Einrichtungen, die verschiedene Angebote miteinander verbinden, unterliegen eigenen gesetzlichen Regelungen.