Beim Wort Swingerclub entwickeln manche Menschen sofort intensives Kopfkino. Andere sind neugierig, bleiben aber erst einmal bei der Fantasie, weil sie nicht wissen, was sie bei einem ersten Besuch erwartet. Wie läuft ein Abend ab? Gibt es feste Regeln? Was zieht man im Swingerclub an – und ist Sex überhaupt Pflicht? Genau solche Fragen gehen vielen durch den Kopf, bevor es zum ersten Mal in einen Swingerclub geht. Unser Ratgeber liefert die wichtigsten Infos zu Dresscode, Verhalten, Erwartungen, ersten Kontakten und Safer Sex. Dabei gilt, dass niemand etwas tun muss, nur weil andere Gäste sexuell aktiv sind. Auch Zuschauen, Flirten oder einfach die Atmosphäre genießen gehören durchaus zum gelungenen Swingerclub-Abend. Schauen wir uns das einmal genauer an.
Swingerclub-Dresscode: Was zieht man beim ersten Besuch an?
Wie auch bei
Hochzeiten oder anderen gesellschaftlichen Anlässen ist die Wahl des richtigen Outfits nicht immer ganz einfach. Im Swingerclub kommt allerdings noch etwas hinzu: Je nach Location und Veranstaltung kann ein bestimmter Dresscode gelten. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Website des Clubs, bevor es losgeht. Stehen dort keine konkreten Angaben, schafft eine kurze Mail oder ein Anruf schnell Klarheit.
Viele Clubs haben neben den eigentlichen Spielbereichen auch eine Bar oder Tanzfläche. Dort können Gäste zunächst etwas trinken, tanzen und sich kennenlernen. Für den ersten Besuch muss es deshalb nicht gleich das freizügigste Outfit sein.
Für Männer bieten sich beispielsweise
- Jeans, Chinos oder gepflegte Shorts
- ein stilvolles Hemd, Poloshirt oder anderes gepflegtes Oberteil
- elegante Halbschuhe, Anzugschuhe oder hochwertige Sneaker
an, für Frauen sind unter anderem
- elegante oder sexy Kleider
- Dessous aller Arten
- Röcke mit Strumpfhosen oder Strümpfen
- High Heels, Boots oder gepflegte Sneaker
üblich.
Dabei handelt es sich natürlich nicht um verbindliche Vorgaben. Was im Swingerclub getragen wird, hängt vom Dresscode, der Veranstaltung und dem persönlichen Geschmack ab.
Bei einem Mottoabend können beispielsweise Lack, Leder, Latex, Netzstoffe oder ein passendes Fetisch-Outfit gefragt sein. Auch Männer können dann mit engeren Boxershorts, einem Jockstrap oder anderer Clubwear Akzente setzen.
Wichtig ist vor allem, dass der Look gepflegt wirkt und zum eigenen Stil passt. Niemand muss sich in ein Outfit zwängen, in dem man sich unwohl fühlt. Schließlich soll der erste Eindruck nicht nur sexy, sondern auch selbstbewusst wirken.
Praktisch sind Kleidungsstücke, die sich unkompliziert an- und ausziehen lassen. Ein
Catsuit kann beispielsweise eine gute Wahl sein, wenn ein körpernaher Look gewünscht ist. Bequemlichkeit sollte dabei nicht zu kurz kommen: Gerade beim ersten Besuch kann ein Abend mehrere Stunden dauern, sodass gut sitzende Kleidung und Schuhe oft wichtiger sind als ein spektakulärer Auftritt.
Und sobald dann das passende Outfit gefunden ist, stellt sich für viele Einsteiger gleich die nächste Frage:
Muss ein Swingerclub-Besuch eigentlich automatisch mit Sex enden?
Die klare Antwort lautet: Nein.
Eine Garantie auf sexuelle Kontakte gibt es ebenso wenig. Viele Gäste entscheiden sich
ganz spontan für einen Abend im Swingerclub und wissen vorher nicht, wer an diesem Tag ebenfalls dort sein wird. Ob sich daraus ein Flirt oder eine sexuelle Begegnung entwickelt, hängt deshalb immer von den jeweiligen Personen und der Situation ab.
Anders sieht es bei bestimmten Veranstaltungen aus. Gruppensex-,
Herrenüberschuss- oder andere Themenpartys richten sich gezielt an bestimmte Zielgruppen und können deshalb die Wahrscheinlichkeit erhöhen, passende Kontakte zu finden. Trotzdem bleibt auch hier alles freiwillig.
Gerade für
Solomänner kann die Suche nach Kontakten etwas schwieriger sein, weil in vielen Clubs mehr einzelne Männer als Paare oder
Singlefrauen anzutreffen sind. Auch deshalb lohnt sich ein Blick auf das Veranstaltungskonzept, bevor der erste Besuch geplant wird.
Wichtig: Aus dem Besuch eines Swingerclubs entsteht niemals eine Verpflichtung zu sexuellen Kontakten. Ein Nein bleibt ein Nein – unabhängig davon, wie freizügig die Atmosphäre ist oder welche Erwartungen andere Gäste haben. Wer sich nicht wohlfühlt oder keinen passenden Kontakt findet, kann den Abend trotzdem genießen.
Swingerclub für Paare: Was machen Paare beim Clubbesuch?
Für Paare bedeutet ein Besuch im Swingerclub nicht automatisch, dass sie sofort mit anderen Gästen sexuelle Kontakte haben.
Einige Pärchen genießen also das Wellness-Angebot des Clubs (Sauna, Whirlpool, Bar …), haben in erotischer Hinsicht aber nur Augen füreinander und verschwinden zum Sex ins Separé. Vielleicht dürfen andere Swinger bei ihrem Liebesspiel aber zuschauen, denn nicht wenige Swingerclub-Besucher sind exhibitionistisch und/oder voyeuristisch veranlagt.
Natürlich gibt es auch die klassischen Swinger-Pärchen, die sich im Club nach fremder Haut umschauen. Ob
im Prinzip ist alles erlaubt, was den gemeinsamen Absprachen entspricht. In diesem Zusammenhang aber gut zu wissen: Es gibt viele Männer, die ihren Frauen gern beim Sex zuschauen oder sich auch selbst in diese Gruppe mischen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass es Pflicht sei, die
„eigene Frau zu teilen“ – es müssen nicht unbedingt beide swingen, wenn sie als Paar den Club besuchen. Vielmehr ist es vollkommen legitim, einfach nur an der Bar zu bleiben oder sich anderweitig nicht sexuell aktiv zu vergnügen, während sich die/der andere auf die Matte begibt.
Noch ein Wort zum Thema erotische Veranstaltungen: Oft besuchen Paare Swingerclubs (oder andere entsprechend nutzbare Veranstaltungsorte) gerade dann, wenn diese Mottopartys veranstalten und es ihnen so erlauben, in eine bestimmte erotische Szene einzutauchen.
Dabei können Paare je nach Wunsch unter sich bleiben oder andere Personen dazuholen. Besonders beliebt sind in diesem Zusammenhang Events, die
in Schlössern oder schönen Anwesen stattfinden und erotische (Swinger-)Nächte im gehobenen Stil anbieten.
Swingerclub Regeln und Etikette: Wie lernt man andere Gäste kennen?
Auch für erfahrene Swinger ist der erste Kontakt nicht immer selbstverständlich. Im Swingerclub läuft das Kennenlernen deshalb meist erstaunlich normal ab: Ein Blick, ein Lächeln, ein Gespräch an der Bar oder ein gemeinsamer Drink können der Anfang sein. Wer sich bereits vor dem Besuch verabreden möchte, kann dafür auch eine
erotische Datingseite nutzen.
Wichtig ist hauptsächlich, Signale richtig zu lesen und nichts zu erzwingen. Ein freundliches Gespräch oder ein Flirt bedeutet nicht automatisch, dass auch körperlicher Kontakt erwünscht ist. Wer sich näherkommen möchte, fragt deshalb lieber nach, statt einfach davon auszugehen.
Ein paar einfache Regeln helfen dabei:
| erst Kontakt aufnehmen, dann annähern |
Ein Gespräch oder ein freundlicher Blick sind ein guter Anfang. |
| Grenzen respektieren |
Ein Nein, ein Ausweichen oder ein erkennbares Desinteresse sollten immer akzeptiert werden. |
| niemanden ungefragt anfassen |
Nacktheit oder freizügige Kleidung wie offene Dessous sind keine Einladung zu körperlichem Kontakt. |
| Paare als Einheit respektieren |
Wer ein Paar interessant findet, sollte nicht einfach eine Person herausgreifen und die andere ignorieren. |
| zuschauen mit An- und Abstand |
Voyeurismus gehört in vielen Clubs dazu, trotzdem möchte niemand ungefragt angestarrt oder bedrängt werden. |
| Diskretion bewahren |
Was im Club passiert, bleibt grundsätzlich dort. Auch Fotos und Videos sind je nach Hausordnung verboten oder eingeschränkt. |
Gerade beim ersten Besuch muss dabei niemand sofort den perfekten Gesprächseinstieg finden. Ein einfaches „Seid ihr schon öfter hier?“ oder ein Gespräch über die Veranstaltung reicht oft völlig aus. Viele Clubs haben außerdem eine Bar oder Lounge, die genau dafür gedacht ist, erst einmal anzukommen und andere Gäste kennenzulernen.
Die wichtigste Regel lautet deshalb: Alles kann, nichts muss. Ein Flirt darf sich entwickeln, muss aber nirgendwohin führen. Und wer keine Lust auf einen Kontakt hat, darf das genauso deutlich sagen wie jemand, der Interesse an einer Begegnung hat.
Safer Sex im Swingerclub: Verhütung und Schutz vor STIs
Wer im Swingerclub neue sexuelle Kontakte knüpft, sollte auch das Thema
Safer Sex im Blick behalten. Gerade bei wechselnden Sexualpartnern lässt sich das persönliche STI-Risiko nicht allein anhand des äußeren Erscheinungsbildes oder eines früheren Tests einschätzen. Einige sexuell übertragbare Infektionen können zunächst ohne Beschwerden verlaufen.
Kondome gehören deshalb zur wichtigsten Grundausstattung für den Clubbesuch. Sie können beim
Vaginal- und Analverkehr das Risiko einer Übertragung von HIV und anderen STIs deutlich reduzieren. Auch beim Oralsex können Kondome oder ein Lecktuch (Dental Dam) zusätzlichen Schutz bieten.
Regelmäßige STI-Tests sind bei häufig wechselnden Sexualpartnern ebenfalls sinnvoll, ersetzen aber keine Schutzmaßnahmen beim Sex. Je nach persönlichem Risiko können außerdem Impfungen oder andere medizinische Maßnahmen wie die PrEP zum Schutz vor HIV infrage kommen.
Gerade im Swingerclub sollte Safer Sex zudem Teil der Kommunikation sein. Wer auf ein Kondom oder eine andere Schutzmaßnahme besteht, muss sich dafür nicht rechtfertigen. Umgekehrt sollte niemand zu
ungeschütztem Sex überredet werden. Was vor dem Kontakt vereinbart wurde, kann jederzeit geändert oder abgelehnt werden.
Praktisch für den ersten Besuch: Eigene Kondome mitzunehmen, kann sinnvoll sein – insbesondere wenn eine bestimmte Größe oder latexfreie Variante benötigt wird. Auch ein Lecktuch kann in der Tasche Platz finden. Welche Schutzregeln im jeweiligen Club gelten, sollte zusätzlich vorab geprüft werden.
Aber apropos eigene Sachen mitbringen ...
Was sollte man zum ersten Swingerclub-Besuch mitnehmen?
Für den ersten Besuch braucht es meist erstaunlich wenig.
Kondome und gegebenenfalls Lecktücher gehören, wie schon beschrieben, zur sinnvollen Grundausstattung, auch wenn viele Clubs entsprechende Hygieneartikel kostenlos bereitstellen. Ein kleines Handtuch ist ebenfalls praktisch, besonders wenn Sauna, Whirlpool oder andere Wellnessbereiche zur Location gehören.
Je nach Club können außerdem
Badeschuhe, ein Bademantel oder Wechselwäsche sinnvoll sein. Nach mehreren Stunden in der Sauna oder auf der Tanzfläche möchte schließlich niemand in verschwitzter Kleidung nach Hause fahren. Wer ein besonderes Event besucht, sollte außerdem prüfen, ob bestimmte Kleidungsstücke oder
Accessoires zum angekündigten Motto gehören.
Ansonsten gilt: Nicht jeder Club verlangt dasselbe. Ein kurzer Blick auf die Website des Clubs vor dem ersten Besuch verhindert deshalb unnötiges Gepäck – und sorgt dafür, dass genau das dabei ist, was vor Ort tatsächlich gebraucht wird.
Und so läuft der erste Abend im Swingerclub ab
Der erste Abend beginnt normalerweise deutlich unspektakulärer, als es die Fantasie vermuten lässt. Nach dem Einlass geht es zunächst in den Umkleidebereich. Straßenkleidung und persönliche Gegenstände werden verstaut, bevor es je nach Location in die Bar, den Lounge-, Sauna- oder Wellnessbereich geht. Wer noch nie in einem Swingerclub war, kann sich zunächst in Ruhe umsehen und mit der Umgebung vertraut machen.
Gerade am Anfang bietet es sich daher an,
- erst einmal etwas zu trinken,
- die Location zu erkunden
- und die anderen Gäste zu beobachten.
Manche kommen schnell miteinander ins Gespräch, andere bleiben zunächst unter sich. Auch ein Rundgang durch die verschiedenen Bereiche kann helfen, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie der jeweilige Club aufgebaut ist und wo sich die
Spielbereiche befinden.
Ob später ein Flirt entsteht oder sich ein erotischer Kontakt entwickelt, ergibt sich meist erst im Laufe des Abends. Ein Gespräch an der Bar kann ebenso der Anfang sein wie ein gemeinsamer Besuch im Wellnessbereich. Wer sich beim ersten Mal lieber langsam an die Atmosphäre herantastet, muss deshalb nichts überstürzen.
Was tun, wenn im Swingerclub niemand Interesse zeigt?
Auch in einem Swingerclub gibt es keine Garantie dafür, dass sich an einem bestimmten Abend ein passender Kontakt ergibt. Gerade beim ersten Besuch sollte deshalb nicht die Erwartung entstehen, innerhalb kurzer Zeit einen Sexpartner oder ein anderes Paar finden zu müssen.
Sympathie und sexuelles Interesse lassen sich schließlich nicht erzwingen. Wenn niemand näheren Kontakt möchte, kann der Abend trotzdem interessant sein. Ein Getränk an der Bar, ein Besuch in der Sauna, Gespräche mit anderen Gästen oder einfach das Erkunden der Location gehören ebenfalls zum Cluberlebnis. Vielleicht ergibt sich beim nächsten Besuch eine ganz andere Situation.
Wichtig ist außerdem, eine Ablehnung nicht persönlich zu nehmen. Ein freundliches Nein kann viele Gründe haben und sollte ohne Diskussion akzeptiert werden.
Fazit? So startet man entspannt in den ersten Swingerclub-Besuch
Wer selbst entspannt bleibt und keine Erwartungen an andere Gäste stellt, nimmt auch aus einem Abend ohne sexuelle Kontakte etwas mit. Der erste Swingerclub-Besuch muss schließlich nicht gleich in einem erotischen Abenteuer enden, um eine gute Erfahrung zu sein. Allerdings kann das Ganze natürlich auch
ganz anders aussehen …
Und da kommt ihr ins Spiel:
Was war bei eurem ersten Swingerclub-Besuch ganz anders als erwartet?
Was sollte man eurer Meinung nach unbedingt wissen, bevor es zum ersten Mal in einen Swingerclub geht?
Gab es etwas, das euch den Einstieg besonders leicht oder vielleicht auch überraschend schwer gemacht hat?
Und was haltet ihr von alternativen Konzepten wie einer Camsex-Swingerparty?
Teilt eure Erfahrungen gern in den Kommentaren, denn so können auch andere von euren Erlebnissen profitieren!