Der Begriff Seitensprung, im Englischen ist häufig von „Infidelity“ die Rede, bezeichnet eine Form der Untreue innerhalb einer festen Partnerschaft oder Ehe und beschreibt ein sexuelles oder erotisches Abenteuer außerhalb der bestehenden Beziehung. In der Regel erfolgt er heimlich und ohne das Wissen der Partnerin oder des Partners, wodurch ein Vertrauensbruch entsteht. Seine Bedeutung geht jedoch oft über den reinen körperlichen Kontakt hinaus und umfasst je nach individueller Auffassung auch emotionale Nähe oder sexuelle Kommunikation mit Dritten. Aber nicht nur das: Als gesellschaftliches und zwischenmenschliches Phänomen ist der Seitensprung seit jeher Gegenstand von Diskussionen, moralischen Bewertungen und kulturellen Darstellungen, die ebenfalls kurz Thema sein sollen. Und nicht zuletzt soll es darum gehen, worauf es im Zweifelsfall in gesundheitlicher Hinsicht ankommt.
Seitensprung: Bedeutung und Definition
Der Begriff „Seitensprung“ bezeichnet ein sexuelles Abenteuer, bei dem ein Partner in einer festen Partnerschaft oder Ehe fremdgeht, also untreu wird. Seitensprünge finden meist im Verborgenen statt und beinhalten körperliche Intimität mit einer anderen Person, ohne dass die eigentliche Partnerin oder der entsprechende Partner davon Kenntnis hat.
Ein gebeichteter oder aufgedeckter Seitensprung hat oft weitreichende Konsequenzen für die bestehende Beziehung, da er einen fundamentalen Vertrauensbruch darstellt. Daher ist Diskretion hier meistens das oberste Gebot.
Was zählt als Seitensprung – und was nicht?
Was genau als Seitensprung gilt, ist nicht immer eindeutig und hängt stark von den individuellen Vereinbarungen innerhalb einer Partnerschaft ab. Grundsätzlich versteht man darunter jedoch körperliche Intimität mit einer dritten Person außerhalb einer bestehenden Beziehung, die ohne Wissen oder Zustimmung des Partners beziehungsweise der Partnerin stattfindet.
Typische Beispiele für einen Seitensprung sind:
- Geschlechtsverkehr mit einer anderen Person
- Oraler oder manueller Sex außerhalb der Beziehung
- Intime körperliche Nähe mit eindeutig sexuellem Charakter
Weniger klar ist die Einordnung bei Situationen, die sich im Grenzbereich zwischen emotionaler und körperlicher Untreue bewegen. Dazu zählen etwa das intensive Flirten mit sexueller Absicht, das heimliche Austauschen von erotischen Bildern oder Nachrichten beim
Sexting oder das regelmäßige Treffen mit einer Person, zu der eine sexuelle Spannung besteht.
Ob solche Handlungen bereits als Seitensprung gewertet werden, hängt stark von den Erwartungen und Absprachen innerhalb der Beziehung ab. Während manche Paare bereits emotionales Fremdgehen als Vertrauensbruch empfinden, sehen andere erst den tatsächlichen körperlichen Kontakt als Grenze.
Nicht als Seitensprung gelten in der Regel Handlungen, die einvernehmlich und transparent innerhalb der Partnerschaft stattfinden. Dazu gehören beispielsweise:
- offene Beziehungen mit klar definierten Regeln
- gemeinsamer Besuch von Swinger-Clubs oder erotischen Veranstaltungen
- abgesprochene sexuelle Kontakte mit Dritten, wie bei „der geteilten Frau“.
Entscheidend ist also letztlich weniger die konkrete Handlung als vielmehr die Frage, ob Vertrauen gebrochen und Vereinbarungen verletzt wurden. Daher kann ein Seitensprung nicht nur durch körperliche Untreue entstehen, sondern auch durch das bewusste Überschreiten individueller Beziehungsgrenzen.
Seitensprung vs. Affäre: Was ist der Unterschied?
Ein Seitensprung unterscheidet sich von einer Affäre hauptsächlich in der Dauer und Intensität der außerehelichen Beziehung.
Während ein Seitensprung oft ein einmaliges oder kurzfristiges sexuelles Abenteuer bezeichnet (siehe One-Night-Stand), handelt es sich bei einer Affäre um eine längere, oft auch emotional involvierte Liebesbeziehung neben der bestehenden Partnerschaft.
Eine Affäre kann sich über Wochen, Monate oder Jahre erstrecken und beinhaltet neben der körperlichen Komponente häufig auch Gefühle und eine gewisse Bindung zwischen den Beteiligten. Dennoch sind sich beide in der Regel einig, dass es sich nicht um eine „richtige“ Beziehung handelt. Ähnlich wie der Seitensprung benötigt die Affäre meistens den Deckmantel der Verschwiegenheit.
Der Seitensprung in Literatur und Kunst: Beispiele aus Geschichte und Moderne
Der Seitensprung ist keine ganz neue Idee, sondern beschäftigt die Menschen bereits seit der Antike. In der griechischen Mythologie wird beispielsweise berichtet, wie die Königstochter Leda durch Zeus (in Gestalt eines Schwans) verführt wird.
Aber auch der Blick in die antike römische Literatur lohnt sich in diesem Zusammenhang. Das Satyricon des Petronius Arbiter etwa stellt das erotische Leben im kaiserzeitlichen Rom als zügellosen Sex ohne Liebe mit vielfältigen Paarungen dar.
Und es liegt auf der Hand, dass sich auch Kunstschaffende in der Moderne mit dem
erotischen Abenteuer auseinandersetzen. Beispiele dafür sind
- die Literaturklassiker Madame Bovary und Anna Karenina
- oder die Filmkomödie Leitfaden für Seitensprünge.
Ist ein Seitensprung erlaubt oder ein Tabu?
Es gibt in Deutschland (wie in den meisten anderen Demokratien) kein gesetzliches Seitensprung-Verbot. Gesellschaftlich wird das erotische Abenteuer ambivalent betrachtet. Einerseits hat die Beobachtung einen gewissen Reiz und sie gehört laut Umfragen zu den häufigsten erotischen Fantasien. Andererseits betrachten viele Menschen den aufgedeckten Seitensprung im eigenen Umfeld als unentschuldbares Vergehen.
Tatsächlich relevant ist natürlich nur, wie man innerhalb der Partnerschaft damit umgeht. Hier gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten:
- In vielen Partnerschaften ist der aufgedeckte Fehltritt auch heute noch ein Trennungs- beziehungsweise Scheidungsgrund.
- Häufig wird ein einmaliger Fehltritt vom Gegenüber akzeptiert, wenn man offen dazu steht und sich glaubwürdig entschuldigt.
- Viele Paare vereinbaren, sich etwaige Seitensprünge nicht zu beichten, sofern man Safer Sex praktiziert.
- Bekennende Swingerinnen und Swinger gehen gerne ‚gemeinsam fremd‘, etwa im Club oder bei frivolen Partys.
Safer Sex: Warum Schutz beim Seitensprung besonders wichtig ist
Ganz unabhängig davon, wie man es innerhalb der Partnerschaft mit dem Seitensprung hält: Der Schutz vor ungewollter Schwangerschaft, aber auch vor der
Übertragung von STIs, muss unbedingt gewährleistet sein. Das Motto „Einmal ist keinmal“ ist ein extrem schlechter Ratgeber.
Denn immerhin geht es hier nicht nur um die eigene Sicherheit, sondern auch um jene der Partnerin beziehungsweise des Partners. Da auch monogame Menschen nicht vollkommen vor jeder Versuchung gefeit sind, sollte man im Fall des Falles immer wissen, wie man ein
Kondom richtig verwendet.
Last but not least: Der Seitensprung als häufiges erotisches Motiv
Der Seitensprung ist nicht nur ein reales Phänomen, sondern zählt auch zu den beliebtesten Motiven in der erotischen Darstellung.
Ob in
das Spiel mit Geheimnissen, die Anziehungskraft des Verbotenen und das Überschreiten von Grenzen machen ihn zu einem enorm reizvollen Thema.
In Pornos greift man dabei gerne auf Szenarien wie „Ehebruch mit der Nachbarin“ oder „Seitensprung im Büro“ zurück, während in Camsex-Formaten bei entsprechenden Rollenspielen oft ein Hauch von Diskretion und verbotener Intimität mitschwingt.
Aber auch
in erotischen Geschichten gehört das Fremdgehen zu den meistgelesenen Kategorien – vom spontanen Urlaubsflirt bis zur heimlichen Affäre ist meist alles dabei. Grund genug also, diesem Themenbereich demnächst einen eigenen Artikel zu widmen!