Facesitting – auch als „Queening“ bekannt – bezeichnet eine intensive Form des Oralsex, bei der sich eine Frau mit ihrem entblößten Unterleib auf das Gesicht einer anderen Person setzt. Die sexuelle Praktik verbindet körperliche Nähe, dominante Rollenbilder und eine besonders direkte Stimulation erogener Zonen. Dabei werden meist Vulva, Vagina oder der Analbereich mit Zunge, Lippen oder Nase stimuliert. Da die sitzende Person Bewegung und Druck weitgehend kontrolliert, entsteht häufig ein erotisches Machtgefälle. Facesitting kommt sowohl im privaten Liebesleben als auch in Fetisch- und BDSM-Kontexten vor und ist aufgrund seiner visuellen Intensität zudem ein häufig dargestelltes Motiv in der Pornografie.
Was ist Facesitting und wie funktioniert diese Oralsex-Praktik?
Viele Menschen lieben den Oralsex. In dieser Form geht er aber über Fellatio beziehungsweise Cunnilingus und
Rimming hinaus. Meistens setzt sich eine Frau (seltener ein Mann) mit dem entblößten Unterleib auf das Gesicht einer liegenden Person. Diese kann nun die Scheide beziehungsweise das Glied und die Hoden der sitzenden Person mit den Lippen und der Zunge bearbeiten.
Alternativ funktioniert das aber auch mit Kinn und Nase. Meistens wird auch der Analbereich bei dieser Spielart intensiv mit Zungenspielen bedacht. Je nach Konstellation kann man dieses Spiel daher auch den
BDSM-Praktiken zuordnen. Dies steht aber nicht zwingend im Zusammenhang.
Abhängig vom Körpergewicht der sitzenden Person und der Kraft ihres liegenden Pendants kann das Facesitting mit dem gesamten Körpergewicht erfolgen. Alternativ ist es aber auch möglich, einen Teil des Gewichts anderweitig abzustützen, etwa über die Beine.
Varianten des Facesitting: Reverse Facesitting, Jeanssitting und weitere Spielarten
Im Zusammenhang mit dem Facesitting lassen sich diverse Varianten unterscheiden, beispielsweise
- das Reverse Facesitting, bei dem der aktive Part mit dem Rücken zum Gesicht der Empfängerin oder des Empfängers sitzt, was sich auch ideal für Anilingus anbietet,
- das bekleidete Facesitting wie das Jeanssitting, wobei auch andere Materialien wie Lack, Leder, Latex, Strumpfhosen und Nylons eine Rolle spielen können,
- das Bound Facesitting, bei dem man den passiven Part vorher fesselt, um ihn bewegungsunfähig zu machen (Stichwort Bondage) oder
- das Drowning (unter Wasser), wobei dieses so gefährlich ist, dass es nicht von Anfängerinnen und Anfängern und auch ansonsten nur unter Einhaltung umfangreicher Vorsichtsmaßnahmen durchgeführt werden sollte.
Hilfsmittel fürs Facesitting: Queening-Hocker, Smotherbox und weitere Sexmöbel
Facesitting macht richtig Spaß, keine Frage. Gleichzeitig beansprucht es die Beine (der Frau) sehr. Wer es lieber etwas bequemer haben möchte, kann passend dazu auf Sex-Stühle oder spezielle Queening-Hocker zurückgreifen.
Alternativ kommt eventuell eine Smotherbox, eine Kombination aus Stuhl und Hocker, infrage. Sie ermöglicht das Fixieren des passiven Parts in einer liegenden Position, wobei es eine Gesichts- und eine Halsöffnung gibt. Zusätzlicher Vorteil? Das Innere ist häufig ausgepolstert und mit einer Nackenunterstützung versehen. Dadurch wird das Facesitting auch für den passiven Part komfortabler.
Warum empfinden viele Menschen das Facesitting als besonders lustvoll?
Das Spiel ist für beide Beteiligten sehr extrem. Die sitzende Person ist in vielen Rollenspielen auch dominant und lässt sich auf diese Weise nicht nur intensiv befriedigen, sondern kontrolliert auch die Atmung der Partnerin beziehungsweise des Partners. Das Körpergewicht sorgt einerseits für eine intensive Stimulation, schränkt aber auch die Atmung durch Mund und Nase deutlich ein. Wer den aktiven
Oralsex liebt und/oder sehr devot ist, wird im Facesitting ein besonders lusterfüllendes Spiel finden.
Queening in BDSM, Fetischkultur und Pornografie
Im S/M-Bereich hat es seinen festen Stellenwert. Dort gehört es zum Repertoire von sehr vielen
Dominas. Außerdem lässt es sich im Porno richtig gut und kreativ darstellen, deshalb sieht man es im Hardcore- und
BDSM-Porn ziemlich häufig.
Wobei man freilich auch nicht vergessen darf, dass sich der Facesitting-Porn hervorragend mit anderen Genres wie
| dem Fetish Porn |
dem Lesbian Porn |
dem Big Ass Porn |
| dem Cuckold Porn |
dem Squirting |
sowie dem allgemeinen Amateur Porn |
kombinieren lässt.
Indes: Eine Statistik, wie viele Pärchen Facesitting in ihrem Schlafzimmer (vielleicht sogar im Kontext einer
Female-led-Relationship) betreiben, gibt es nicht.
Man kann aber davon ausgehen, dass die Zahl deutschlandweit in die Hunderttausenden geht, vielleicht gar Millionen beträgt. Dies liegt auch an der zunehmend aufgeklärten Gesellschaft. In dieser lassen sich neue erotische Spielarten eben unbefangener ausprobieren.
Übrigens: Neben klassischen Pornofilmen spielt Facesitting auch im Camsex-Bereich eine wichtige Rolle.
Viele Fetisch- und Domina-Cams nutzen diese sexuelle Praktik
in interaktiven Shows, da sie visuell sehr präsent ist und sich gut in dominante Rollenspiele einbauen lässt. Zuschauer können dabei häufig über Chats oder virtuelle Trinkgelder Einfluss auf Ablauf und Intensität der Szene nehmen.
Und nicht zuletzt taucht auch das Queening regelmäßig in erotischen Sexgeschichten und
Fantasieszenarien auf. Gerade in BDSM- oder Femdom-Geschichten verwendet man das Motiv häufig nämlich häufig, um Machtgefälle, Hingabe oder dominante Rollenbilder literarisch darzustellen.
Ist Facesitting gefährlich? Wichtiges zu Sicherheit und Hygiene
Facesitting ist sehr intensiv und kann äußerst lustvoll sein. Hierbei können allerdings Krankheitskeime übertragen werden. Daher sollte man über den Gesundheitszustand der jeweiligen Partnerin und/oder des jeweiligen Partners Bescheid wissen und zudem auf eine gründliche Hygiene achten. Zudem kann sich im Zweifelsfall die Verwendung eines
Dental Dams empfehlen.
Eine weitere potenzielle Gefahr ergibt sich aus dem Körpergewicht der sitzenden Person. Im schlimmsten Fall ist es möglich, der liegenden Person das Genick zu brechen oder sie ersticken zu lassen. Deshalb empfiehlt es sich, während des Spiels jederzeit auf Signale des passiven Parts zu achten und gegebenenfalls einen Teil des Gewichts über Beine oder Arme abzustützen. Auch klare Absprachen oder
Safewords können helfen, Risiken zu minimieren.
Werden diese Vorsichtsmaßnahmen eingehalten, lässt sich das Facesitting in der Regel aber sicher und kontrolliert erleben. Und dann kann man dabei eine sehr erfüllende erotische Spielart (neu) ziemlich unbefangen für sich entdecken.