Autofellatio gehört zu den Sexualpraktiken, von denen viele Menschen zwar schon einmal gehört, sie aber noch nicht ausprobiert haben. Gemeint ist nichts anderes als der Versuch, sich selbst einen zu blasen – also einen Blowjob am eigenen Schwanz auszuführen. Im englischsprachigen Raum spricht man dabei häufig von „Self Suck“ oder „Self Oral“. Doch wie realistisch ist orale Selbstbefriedigung tatsächlich? Ist sie überhaupt möglich, kann man sie lernen und warum übt die Vorstellung auf Männer eine besondere Faszination aus? Körperliche Herausforderungen und viel Lust auf kreative Lust, all das ist bei dieser außergewöhnlichen Form der Selbstbefriedigung inklusive. Und deswegen geht es hier jetzt darum, was hinter dem Begriff steckt und welche Rolle die Autofellatio in Sexualität, Popkultur und Pornografie spielt.
Was ist Autofellatio? Bedeutung und Definition
Autofellatio bezeichnet die orale Stimulation des eigenen Penis durch den eigenen Mund, also einen
Blowjob, den der Mann an sich selbst ausführt. Der Begriff setzt sich aus „auto“ (selbst) und „fellatio“ (orale Befriedigung des Penis) zusammen. Im Kern handelt es sich also um eine Form der Selbstbefriedigung, die weit über das Gewohnte hinausgeht und die mit der relativ alltäglichen Masturbation mit der Hand, dem klassischen Handjob, schlecht zu vergleichen ist.
Kein Wunder, denn die Blowjob-Praktik ist aus anatomischen Gründen nur sehr wenigen Menschen vorbehalten und erweist sich daher eher als Mischung aus Körperkunst, Selbstentdeckung und Spiel mit dem Unerreichbaren – eine Wanderung auf der Grenze zwischen physischer Machbarkeit und unbegrenzter Fantasie. Und da war ja auch noch etwas im Hinblick auf die Frauenwelt …
Autocunnilingus: eine noch seltenere Form der Autoerotik
Das weibliche Gegenstück, der Autocunnilingus, bleibt anatomisch noch schwerer erreichbar als Autofellatio. Die Flexibilität, die dafür nötig wäre, übersteigt selbst die kühnsten Vorstellungen. Dennoch existiert die Fantasie: In Literatur und Online-Foren taucht das Motiv als Symbol für weibliche Autonomie und Selbstermächtigung auf, zumal es einige Pornodarstellerinnen eben doch immer wieder einmal schaffen, sich auf eine entsprechende Weise selbst zu befriedigen.
Mythen, Geschichte und die kulturelle Einordnung von Autofellatio
Zugegeben, sich selbst einen zu blasen, das klingt nach einer kreativen Idee, die von modernen Influencern kommen könnte. Dennoch handelt es sich dabei um kein neuzeitliches Phänomen, denn schon vor uns nach der Antike tauchte die Vorstellung auf, etwa im Kontext des ägyptischen Gottes
Atum.
Aber auch im Mittelalter fanden sich vereinzelt literarische und künstlerische Anspielungen, oft als Kuriosität oder Spott. Man denke etwa an eine Statue von Erzbischof Conrad von Hochstaden, die 1410 am Kölner Rathaus angebracht und nach einer Zerstörung im 2. Weltkrieg 1991 als Replik wieder angebracht wurde, und ihn bei einem entsprechenden Tun zeigt. Und auch in den 1970er und 1980er Jahren prahlten einige Pornodarsteller mit dieser Fähigkeit und machten sie zum Teil der Sexkultur.
Außerdem hielt sich lange das Gerücht hartnäckig, dass sich der Musiker Marilyn Manson eine Rippe für die leichtere orale Selbstbefriedigung habe entfernen lassen. Das stimmte freilich nicht, aber natürlich hat auch diese Fake-Erzählung dazu beigetragen, die Faszination und das Tabu rund um die Autofellatio noch zusätzlich zu verstärken. Wobei sich bei dem Ganzen eigentlich etwas anderes als Knackpunkt im wahrsten Sinne des Wortes erweist:
Anatomische Voraussetzungen und körperliche Grenzen
Die Umsetzung von Autofellatio ist an strenge körperliche Bedingungen geknüpft. Entscheidend sind eine außergewöhnliche Flexibilität der Wirbelsäule, ein günstiges Verhältnis von Oberkörper-, Bein- und Rumpflänge sowie eine ausgeprägte Beweglichkeit im Becken- und Rückenbereich. Ein echt dickes Brett – und das ist noch nicht alles denn selbst bei optimalen Voraussetzungen bleibt die Praktik für die große Mehrheit unerreichbar.
Schließlich setzt die individuelle Anatomie enge Grenzen:
Ein langer Penis allein genügt nicht, wenn der Rumpf zu lang oder die Wirbelsäule zu steif ist. Schätzungen zufolge können deswegen nur sehr wenige Männer tatsächlich vollständige Autofellatio erreichen, während ein deutlich größerer Teil lediglich eingeschränkten Kontakt herstellen kann.
Trotzdem gibt es einige Trainingsoptionen, dank derer man sich der oralen Selbstbefriedigung teilweise annähern kann, wenn man möchte:
- Yoga-Übungen wie die „Kobra“ oder der „herabschauende Hund“ fördern die Beweglichkeit der Wirbelsäule und dehnen die Muskulatur im Rücken- und Beckenbereich. Dafür sollte man sie aber mehrmals wöchentlich ausführen, weil sich die Sehnen und Muskeln nur durch regelmäßige Wiederholungen ausreichend vorbereiten lassen.
- Vor dem Versuch empfiehlt sich eine Fastenzeit von etwa drei Stunden, um den Körper nicht zu belasten.
- Und last but noch least sind auch ein umfangreiches Aufwärmen und sanftes Dehnen Pflicht, wenn man Verletzungen dabei vermeiden möchte.
Nicht zu vergessen, dass auch die Wahl der richtigen Position über den Erfolg mitentscheidet …
Stellungen und Techniken
Unabhängig davon, wofür man(n) sich letztlich entscheidet, gilt: Jede Technik verlangt Geduld, Körpergefühl und Respekt vor den eigenen Grenzen.
Es gibt aber einige, die sich als unkomplizierter als andere präsentieren, wenn man die Autofellatio lernen möchte:
| die Rückenlage |
der Schneidersitz |
Autofellatio im Stehen |
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| Hierfür führt man die Beine hinter den Kopf und hebt die Hüfte an, sodass der Penis möglichst nah an den Mund gelangt. Dabei kann man auch eine Wand als Hilfsmittel nutzen, indem man die Beine daran entlang nach oben führt, um den Oberkörper weiter zu beugen. |
Sie ist ideal für besonders gelenkige Menschen, die es schaffen, ein Bein hinter ihren Nacken zu legen, um zusätzlichen Druck auf den Oberkörper auszuüben. |
In dieser Position bleibt die Autofellatio eine akrobatische Ausnahme, die nur wenigen Personen gelingt. |
Man sieht also: Bei der oralen Selbstbefriedigung ist oftmals eher der Wunsch der Vater des Gedankens. Doch das braucht nicht unbedingt ein Problem zu sein.
Psychologische Bedeutungen und erotische Fantasien im Zusammenhang mit der Autofellatio
Der Reiz von Autofellatio entspringt oft weniger der praktischen Umsetzung als der Vorstellung selbst. Stattdessen treiben oftmals vorrangig
- Neugier auf den eigenen Körper,
- die Fantasie von vollständiger sexueller Selbstgenügsamkeit
- und der Wunsch nach Abwechslung
das Kopfkino von vielen Menschen an, die sich selbst einmal einen blasen wollen. Nicht zu vergessen, dass man dabei auch Tabus überschreiten und sowohl Nähe als auch Kontrolle gleichzeitig erleben kann. Insofern bietet diese sexuelle Spielart die Chance auf ein Experiment mit Körperlichkeit, bei dem Lust und Selbstbezug im Mittelpunkt stehen.
Oder mit anderen Worten: Die Attraktivität liegt im Spiel mit dem Unmöglichen, im Ausloten der eigenen Grenzen und in der Idee, sich selbst auf die ultimative Weise zu verwöhnen. So wird Autofellatio zum Sinnbild für die Macht der Fantasie und die Vielschichtigkeit menschlicher Sexualität.
Autofellatio und sexuelle Orientierung – häufige Missverständnisse
In der Tat wirft die Idee, wenn ein Mann sich selbst mit einem Blowjob befriedigen will, mitunter
Fragen zur sexuellen Orientierung auf. Die Tatsache, den eigenen Penis im Mund zu spüren, führt bei manchen zu Irritationen. Frei nach dem Motto „Bin ich jetzt schwul?“
Doch die Praktik ist in erster Linie ein Akt der autoerotischen Selbstexploration und sagt nichts über die sexuelle Orientierung aus. Das liegt daran, dass manche heterosexuelle Männer auf das Gefühl und den Geschmack eines Schwanzes neugierig sind, ohne sich für die besten Stücke von anderen zu interessieren.
Insofern kann man Autofellatio auch als extreme Form der
Masturbation verstehen, bei der die Lust an der eigenen Körperlichkeit im Vordergrund steht. Die sexuelle Identität bleibt davon unberührt, zumal jeder von uns selbst entscheidet, wie und mit wem er seine sexuell-erotische Lust erlebt.
Autofellatio im BDSM- und Fantasiekontext
Überdies verknüpft man Autofellatio in einigen erotischen Fantasien gelegentlich mit Themen wie
- Kontrolle,
- Unterwerfung
- oder Selbstdisziplin.
Allerdings muss man dabei festhalten, dass sie in der Realität nicht unbedingt in
klassische BDSM-Praktiken eingebunden wird, sondern tendenziell deutlich eher die symbolische Vorstellung von vollständiger körperlicher Verfügbarkeit oder Selbstüberwindung im Fokus steht.
Ihre Darstellung in Pornografie, Camsex und Erotikgeschichten
In der Pornografie erscheint Autofellatio als extreme, seltene Spezialpraktik, wobei die mediale Darstellung eine Verbreitung suggeriert, die mit der Realität kaum übereinstimmt. Aber hey, die
Pornomythen lassen grüßen … und wie man weiß, sind körperliche Besonderheiten in der Internetkultur und in Erotikgeschichten immer ein spannendes Motiv, aus dem es möglichst viel herauszuholen gilt.
Insofern kein Wunder, dass auch das Sich-selbst-einen-Blasen eine für viele Menschen interessante Mischung darstellt. Was möchte man im Bett können? Was macht viel Eindruck? Kann ich physisch etwas leisten, was kaum möglich erscheint? All diese Fragen spielen dabei eine Rolle – und so sehen die einzelnen, konkreten Umsetzungen oftmals aus:
Autofellatio in Sexvideos
In der klassisch
gefilmten Pornografie präsentiert sich Autofellatio als ausgesprochene Nischenkategorie, die ganz bewusst auf das Zeigen eines akrobatischen Sonderstunts abzielt. Szenen mit Darstellern, die sich selbst einen blasen, erscheinen dann unter Schlagworten wie
| self suck |
contortion |
autofellatio fetish |
| self suck cum |
self oral |
oder autofellatio porn / video |
Im Mittelpunkt steht dabei, wie schon angesprochen, in der Regel die Zurschaustellung extremer Flexibilität: Die Kamera fängt akrobatische Posen, ungewöhnliche Körperwinkel und die scheinbare Überwindung anatomischer Grenzen ein. (Und Lust macht sie im besten Fall freilich auch noch.)
Autofellatio im Camsex auf Live-Plattformen
Auf
Live-Plattformen gilt Autofellatio als ultimatives Premium-Highlight, das Cam-Models nur unter besonderen Bedingungen wie hohen Trinkgeldern (sogenannten „Tip Goals“) anbieten.
Der entscheidende Unterschied zur aufgezeichneten Pornografie liegt im Live-Charakter: Das Publikum erlebt gemeinsam die Spannung des Teasings, die schrittweise Annäherung an die angekündigte Aktion und die Ungewissheit, ob das Cam-Model sein sexy Ziel tatsächlich erreicht.
Häufig ist das Spiel mit der Erwartung aber auch wertvoller als die eigentliche Ausführung. Denn was nur wenigen Menschen möglich ist und diese nur bei ausreichender Beteiligung zeigen, erhält auf jeden Fall den Status des Unvergesslichen.
Autofellatio in Erotikgeschichten und Online-Fiction
In der erotischen Literatur, etwa auf Plattformen wie dem
Sexgeschichten-Archiv, fungiert Autofellatio ebenfalls vorrangig als narratives Mittel zur Grenzüberschreitung.
Realistische Erzählungen thematisieren dabei gern
- ein gezieltes Körpertraining,
- die schrittweise Annäherung an das „Objekt der Begierde“
- und das bewusste Scheitern
- oder eben auch das final-euphorische Gelingen
als dramaturgisches Element.
Fantastische Varianten hingegen bedienen sich Transformationen, Traumsequenzen oder surrealer Szenarien, um anatomische Unmöglichkeiten vollständig auszublenden. In jedem Fall ist es bei beiden Varianten aber ein häufiger Trick, Sexstorys in der Ich-Perspektive zu halten, weil sie dadurch eine unmittelbare sensorische Nähe erzeugen.
Und hier noch einmal Wissenswertes auf einen Blick: Unsere FAQ zur Autofellatio
Hand aufs Herz: Manch einer will einfach nicht so viel lesen, was vollkommen in Ordnung ist. Daher haben wir an dieser Stelle die wichtigsten Fragen zur oralen Selbstbefriedigung per Mund noch einmal kurz und kompakt beantwortet:
- Ist Autofellatio möglich? Autofellatio ist theoretisch möglich, setzt jedoch außergewöhnliche körperliche Voraussetzungen voraus. Entscheidend sind eine sehr hohe Flexibilität der Wirbelsäule sowie günstige Körperproportionen. Für die überwiegende Mehrheit der Menschen ist die Praktik anatomisch nicht realisierbar.
- Wie selten ist Autofellatio? Autofellatio gilt als ungewöhnliche sexuelle Praktik. In der Praxis wird sie nur von einer geringen Anzahl von Personen tatsächlich ausgeführt, während sie für viele eher eine theoretische oder fantasiebezogene Vorstellung bleibt.
- Ist Autofellatio gefährlich? Eine potenzielle Ausführung kann körperlich belastend sein, insbesondere für Rücken, Nacken und Wirbelsäule. Ohne ausreichende Beweglichkeit besteht ein erhöhtes Risiko für Zerrungen oder Überlastungen. Daher wird sie eher als extreme körperliche Grenzbelastung eingeordnet.
- Hat Autofellatio etwas mit der sexuellen Orientierung zu tun? Nein. Autofellatio ist eine Form der autoerotischen Selbstwahrnehmung und sagt nichts über die sexuelle Orientierung aus. Sie wird unabhängig von sexuellen Präferenzen oder Identitäten beschrieben und praktiziert.
- Warum übt Autofellatio solch eine besondere Faszination aus? Die Faszination entsteht primär durch die Kombination aus Tabu, körperlicher Grenze und Selbstbezug. Die Vorstellung vollständiger sexueller Selbstgenügsamkeit wirkt für viele sowohl ungewöhnlich als auch symbolisch reizvoll.
- Gibt es ein weibliches Gegenstück? Als theoretisches Pendant wird häufig der sogenannte Autocunnilingus genannt. Dieser ist anatomisch noch schwieriger umzusetzen und bleibt daher überwiegend im Bereich von Fantasie und theoretischer Diskussion.